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Historie

Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) – eine Gesellschaft stellt sich vor

S. Leodolter

 

Die 50er Jahre: Gründung und Aufbau
3. FIGO-Weltkongress in Wien
Die 60er Jahre: Internationalisierung
Die 80er Jahre: wichtige Jubiläen
Die 90er Jahre: Umbruch und Aufbruch
Das neue Jahrtausend: entscheidender Modernisierungsschub
Vorsitzende (Präsidenten) der OEGGG


Die 50er Jahre: Gründung und Aufbau

Im Jahre 1952 wurde im administrativen Teil der Sitzung der ehrwürdigen, bereits im Jahr 1887 gegründeten Geburtshilflich-Gynäkologischen Gesellschaft in Wien die Umwandlung dieser Gesellschaft in die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe beschlossen. Prof. Tassilo Antoine, Ordinarius an der I. Universitätsfrauenklinik Wien, hatte gemeinsam mit den Universitätsfrauenkliniken in Graz und in Innsbruck einen diesbezüglichen Antrag vorbereitet. Er wurde in dieser Sitzung zum 1. Vorsitzenden (Präsidenten) der nunmehr neu gegründeten OEGGG gewählt. Das Jahr 1952 war demnach das Geburtsjahr der OEGGG.

Das Bemühen Antoines galt im Weiteren in erster Linie einer Wiederherstellung der Einheit der österreichischen gynäkologischen Schule durch Intensivierung der Kontakte zwischen den drei österreichischen Universitätsfrauenkliniken. Die wissenschaftlichen Aktivitäten der Gesellschaft waren damals ja in erster Linie auf das lokale Umfeld beschränkt, ganz zu schweigen von fehlenden internationalen Kontakten.

Zum Verständnis der damaligen Situation: Österreich war nach dem zu Ende gegangenen 2. Weltkrieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt, wobei der Fluss Enns als Grenze zu der von Russland besetzten Zone oft ein nahezu unüberwindbares Hindernis zwischen Ost- und Westösterreich darstellte.

Antoine initiierte im Weiteren die erste gesamtösterreichische Gynäkologen-Tagung; diese fand im Mai 1953 in Innsbruck statt.

Eine wesentliche Erleichterung für den medizinisch-wissenschaftlichen Dialog innerhalb der österreichischen Frauenheilkunde brachte naturgemäß die Unterzeichnung des Staatsvertrages im Jahr 1955; Reisen zwischen den Bundesländern waren nunmehr nicht mehr von der bürokratischen Willkür der Besatzungsmächte abhängig.

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1961: 3. FIGO-Weltkongress in Wien

Ein besonderer Höhepunkt im Curriculum der OEGGG war die Ausrichtung des 3. Weltkongresses der FIGO im Jahre 1961 in Wien. Die Vergabe dieser ehrenvollen Aufgabe war naturgemäß schon einige Jahre vorher erfolgt, ebenso wie die Wahl von Antoine zum FIGO-Präsidenten für diese Amtsperiode und damit auch zum Präsidenten des Kongresses. Die ersten beiden FIGO-Tagungen waren noch von sehr bescheidener Größe gewesen und praktisch ausschließlich von GynäkologInnen aus den westlichen Ländern besucht worden. Der Wiener FIGO-Weltkongress fand nun nicht nur in einem ehemals teilweise von Russland besetzt gewesenen Land statt, sondern es durften außerdem auch Teilnehmer aus den damaligen Ostblockländern teilnehmen. So kam es zu einem in seinem Ausmaß völlig unerwarteten Ansturm, sowohl, was die Anmeldung zu Vorträgen betraf, als auch die Teilnehmerzahl. Der FIGO-Weltkongress in Wien im Jahre 1961 wird auch heute noch als der erste der großen internationalen FIGO-Kongresse angesehen. Die Tagung wurde damals von Persönlichkeiten besucht, deren Namen nur mit Ehrfurcht ausgesprochen wurden, und die Säle der Wiener Hofburg konnten die TeilnehmerInnen kaum fassen. Die österreichische Frauenheilkunde gewann damals, erstmals nach dem 2. Weltkrieg, Einblick in die Tätigkeit anderer nationaler und internationaler Gesellschaften.

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Die 60er Jahre: Internationalisierung

Im Jahre 1962 wurde die Amtsperiode des 1. Vorsitzenden der OEGGG auf 2 Jahre verlängert (die ersten 11 Präsidenten hatten jeweils nur 1 Jahr „gedient“), und es wurde weiters beschlossen, dass die Tagungen in Zukunft, vorerst allerdings in unregelmäßiger Reihenfolge, gemeinsam mit jenen der deutschsprachigen Schwesterngesellschaften, so vor allem mit der Bayerischen* und der Schweizerischen Gynäkologengesellschaft stattfinden sollten.

Für die Amtsperiode 1964/1965 wurde Tassilo Antoine zum Ausklang seiner vieljährigen Tätigkeit das letzte Mal zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm folgte Prof. Hugo Husslein, der kurz zuvor als Nachfolger von Prof. Hans Zacherl die II. Universitätsfrauenklink/Wien übernommen hatte. Für die Jahre 1968/1969 wurde Prof. Kurt Richter zum 1. Vorsitzenden gewählt, damals Primarius im Krankenhaus Bruck an der Mur. Richter war aus der Universitätsfrauenklink Graz hervorgegangen und hatte international einen so exzellenten Ruf, dass er als Chefarzt einer kleinen Frauenabteilung in der Steiermark später zum Vorstand der II. Universitätsfrauenklink/München bestellt wurde.

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Die 80er Jahre: wichtige Jubiläen

Ein Markstein in der Tätigkeit der Gesellschaft war die Amtsperiode 1986/1987 mit Professor Eduard Gitsch als 1. Vorsitzenden; in seine Amtsperiode fiel die 100-Jahre-Feier der Gründung der Vorläufergesellschaft der OEGGG, also der Wiener Geburtshilflich-Gynäkologischen Gesellschaft. Dieses Jubiläum wurde entsprechend würdevoll mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Vorträgen renommierter Gastredner begangen. Gitsch war Antoine 1968 als Ordinarius der Universitäts-Frauenklinik in Wien nachgefolgt, und in dieser Eigenschaft gab es bald darauf wieder Gelegenheit für einen weiteren Festakt: nämlich 200-Jahre des Bestehens der I. Universitätsfrauenklink/Wien.

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Die 90er Jahre: Umbruch und Aufbruch

Bis zum Jahre 1992 waren die vier Ordinarien für Frauenheilkunde in Österreich turnusmäßig zu Präsidenten der OEGGG gewählt worden. Für die Amtsperiode 1992/1993 wurde nun erstmals kein Ordinarius, sondern Univ.Prof. Emil Reinold, – langjähriger 1. Oberarzt der I. Universitätsfrauenklinik Wien –, der bis zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre lang 1. Schriftführer der Gesellschaft gewesen war, zum 1. Vorsitzenden der OEGGG gewählt. In diese und die nächsten Amtsperioden fielen eine Reihe von Aktualisierungen, Modernisierungen und Anpassungen an die rasant geänderten Herausforderungen an eine wissenschaftliche Gesellschaft; entsprechend wurden auch die Zusammensetzung des Vorstandes und die Statuten geändert. Der in Angriff genommene Aufbruch in die Moderne wurde in der Amtsperiode 1994/1995 durch Univ.Prof. Alfons Staudach, Vorstand der Landesfrauenklinik Salzburg, als 1. Vorsitzender der OEGGG besonders intensiv fortgesetzt.

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Das neue Jahrtausend: entscheidender Modernisierungsschub

Nun noch ein paar Worte zur unmittelbaren Vergangenheit und zur Gegenwart:

Ein besonderer Stellenwert kam der Amtsperiode 2000/2001 zu, in der Univ.Prof. Norbert Pateisky, zuvor 1. Schriftführer der OEGGG, die Gesellschaft als Präsident führte. Unter seiner Präsidentschaft erfuhr die OEGGG einen entscheidenden Modernisierungsschub, nicht zuletzt auch durch Einbeziehung der modernen, elektronischen Kommunikationsmittel in das tägliche Leben der Gesellschaft. Darüber hinaus übernahm die OEGGG in zunehmendem Maße eine Reihe von Agenden, die zu einem nicht unbeträchtlichen Teil über die Tätigkeit einer wissenschaftlichen Gesellschaft hinausgingen. Die in Angriff genommenen Aufgaben waren so umfangreich, dass Pateisky damals noch für eine weitere Amtsperiode, nämlich für die Amtsperiode 2002/2003, gewählt wurde.

Mit Beginn der Amtsperiode 2004/2005 (1. Vorsitzender Univ.Prof. Sepp Leodolter, 1. Schriftführer Prim. Wolfgang Stummvoll) wurde nun eine Vielzahl von weiteren, wichtigen Aufgaben in Angriff genommen, wobei als Spezifikum für Österreich anzuführen ist, dass die OEGGG neben den Agenden einer wissenschaftlichen Gesellschaft auch Aufgaben zu erfüllen hat, die in Deutschland vom Berufsverband der Frauenärzte wahrgenommen werden. In diesem Kontext ist die OEGGG auch die wichtigste Plattform für die Unterstützung der Interessen der österreichischen GynäkologInnen.

Erfreulich ist weiters, dass der Gesellschaft in letzter Zeit auch zunehmend Bedeutung als Beratungsorgan der Gesundheitsbehörden, insbesondere der Ministerien, zukommt. Und nicht zuletzt ist es gelungen, unsere Gesellschaft medial so gut zu positionieren, dass sie in Österreich einen ganz wichtigen Faktor im Bereich Frauengesundheit darstellt.

Im Jahre 2003 wurde von der überwältigenden Mehrheit der OEGGG-Mitglieder gewünscht, regelmäßig das Periodikum „Frauenarzt“ zu beziehen, womit ein weiteres Kapitel der Geschichte der OEGGG aufgeschlagen wurde. Wir sehen diesen Wunsch unserer Mitglieder auch als wichtigen Schulterschluss mit unserer deutschen Schwestergesellschaft.

o.Univ. Prof. Dr. S. Leodolter


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Vorsitzende (Präsidenten) der OEGGG

 

1952

 Prof. T. Antoine

1953

 Prof. H. Heidler

1954 

 Prof. H. Zacherl

1955

 Prof. T. Antoine

1956

 Prof. H. Tapfer

1957

 Prof. H. Zacherl

1958

 Prof. E. Navratil

1959

 Prof. T. Antoine

1960

 Prof. H. Zacherl

1961 

 Prof. T. Antoine

1962/63

 Prof. G. Halter

1964/65

 Prof. T. Antoine

1966/67

 Prof. H. Husslein

1968/69

 Prof. K. Richter

1970/71

 Prof. H. Husslein

1972/73

 Prof. E. Gitsch

1974/75

 Prof. H. Husslein

1976/77

 Prof. O. Dapunt

1978/79

 Prof. E. Burghardt

1980/81

 Prof. E. Gitsch

1982/83

 Prof. H. Janisch

1984/85

 Prof. E. Burghardt

1986/87

 Prof. E. Gitsch

1988/89

 Prof. O. Dapunt

1990/91

 Prof. E. Burghardt

1992/93

 Prof. E. Reinold

1994/95

 Prof. A. Staudach

1996/97

 Prof. R. Winter

1998/99

 Prof. H. Salzer

2000/01

 Prof. N. Pateisky

2002/03 

 Prof. N. Pateisky

2004/05 

 Prof. S. Leodolter

2006/07

 Prim. W. Stummvoll

seit 2007

 Prim. W. Neunteufel

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